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Makuladegeneration
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Makuladegeneration - Risiko Graue-Star-OP: Ist die OP gefährlich?

Viele Betroffene beantworteten uns diese Frage mit "ja". Eine Operation an der Krankheit Grauer Star sei gefährlich. Wir wollten es genauer wissen und begannen zu recherchieren und kamen zu folgendem Ergebnis:

Nach Aussagen von Betroffenen kann eine Graue Star Operation eine bereits vorhandene Makuladegeneration / Netzhautschwäche erheblich beschleunigen. Sie kann womöglich sogar eine Makuladegeneration auslösen.

Eine im November 2009 veröffentlichte Pressemitteilung erklärt, das Gegenteil sei der Fall. Man beruft sich auf eine Studie in der es heißt, Befürchtungen, dass eine Graue Star Operation eine Makuladegeneration auslöse oder möglicherweise verschlimmere, seien nicht nur unbegründet, sogar das Gegenteil sei der Fall. Ursprünglich sollte die fünf Jahre dauernde Studie ermitteln, wie sich Vitamine und Mineralstoffe auf den Grauen Star und Makuladegeneration auswirken. Doch aufgrund der möglichen Zusammenhänge zwischen Grauem Star und Makuladegeneration wurden die Daten von 1.244 Patienten auch speziell in Verbindung mit der Makuladegeneration ausgewertet.

Weiter heißt es, es zeigte sich, dass eine Verbesserung der Sehschärfe auftrat, unabhängig davon, ob sie eine feuchte Makuladegeneration oder eine trockene Makuladegeneration hatten. Ein Jahr später wurden 865 operierte Augen abermals untersucht. In der Pressemitteilung heißt es, dass auch nach diesem einen Jahr eine in "statistisch signifikanten Ausmaß" verbesserte Sehschärfe nachzuweisen war. Jedoch weisen wir darauf hin, dass aus der Vorabpublikation nicht zu entnehmen war, wie genau sich die Graue Star Operation auf eine Makuladegeneration ausgewirkt hat.

Trotz dieser im November 2009 erschienenen Studie lässt sich also noch immer kein genauer Zusammenhang zwischen Makuladegeneration und einer Grauen Star Operation herstellen. Viele Makuladegeneration oder Grauer Star Betroffene haben sich telefonisch oder schriftlich an uns gewandt und von erheblichen Verschlimmerungen ihrer Makuladegeneration nach einer Grauen Star OP berichtet. Weitere Studien oder detaillierter Informationen über Makuladegeneration im Zusammenhang mit Grauer Star sind uns derzeit nicht bekannt. Dennoch empfehlen wir Patienten mit Makuladegeneration zu besondere Vorsicht, falls eine Graue Star Operation ansteht.

Hier einige Ergebnisse unserer Recherche zu den Risiken Grauer Star Operationen

  • Allgemeines Risiko einer Komplikation durch eine Graue Star Operation liege bei 0,4 bis 4,2%.
  • Grauer Star OP-Risiko: (Starke) Netzhaut-Blutungen. Schlimmstenfalls bis zur Erblindung.
  • Grauer Star OP-Risiko: Vergrößerung der Gefäßmembran bei feuchter Makuladegeneration.
  • Grauer Star OP-Risiko: Makulaödem / Makuladegeneration
  • Grauer Star OP-Risiko: Netzhautablösung (bei 1% bis 2% der OPs).
  • Grauer Star OP-Risiko: Glaskörpervorfall, Entzündungen, Hornhauttrübungen, Nachstarbildung.
  • Komplikationsraten, Art und Ausmaß der möglichen Komplikationen seien den meisten Betroffenen vor der Operation Grauer Star nicht hinreichend bekannt gewesen.
  • Die zu erwartende Sehschärfe nach Grauer Star Operationen sei, sofern keine Komplikationen eintreten, einigermaßen abschätzbar. Dafür gibt es ein Untersuchungsverfahren.

Alleine in Deutschland werden seit 2005 jährlich mindestens 400.000 Graue Star Operationen durchgeführt. Für das Jahr 2009 rechnen Experten mit bis zu 800.000 Operationen zum Einsatz von Kunstlinsen. Viele dieser Grauen Star Operationen werden zur Zufriedenheit der Patienten ausgeführt, jedoch nicht alle. Es gibt Komplikationen mit geringen bis starken Ausprägungen. Bei der oben genannten Zahl an Grauer Star Operationen würde die durchschnittlich recherchierte Komplikationsrate von 2% bereits zu 12.000 Komplikations-Fällen pro Jahr führen und das alleine in Deutschland. In Verbindung mit Makuladegeneration ggf. noch deutlich mehr.

Aus den oben aufgeführten Komplikationen geht hervor, dass aufgrund Grauer Star Operationen regelmäßig erhebliche Belastungen für die Netzhaut auftreten. Wie groß muss die Gefahr für eine Netzhaut bzw. das Auge sein, die bereits durch eine Makuladegeneration geschwächt ist? Das Risiko wird auf jeden Fall um einiges höher sein, denn die Funktionen und damit die Widerstandskräfte einer degenerativen Netzhaut sind in der Regel erheblich schlechter als die einer gesunden Netzhaut.

Je weiter die Makuladegeneration fortgeschritten ist, umso höher wird das Risiko für einen Sehverlust sein, denn die Makula ist dann immer weniger in der Lage, den Belastungen einer Grauen Star Operation Stand zu halten. Somit erhöht sich ggf. auch die Gefahr einer Verschlimmerung der Makuladegeneration. Wir haben herausgefunden, dass die Zusammenhänge zwischen Grauer Star und Makuladegeneration in Fachkreisen bereits seit Jahren diskutiert wurden.

 

Wichtiger Hinweis:
Die AMD-Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich zur Information. Sie können und dürfen einen Arztbesuch nicht ersetzen, noch dienen sie für eine Selbstdiagnose oder gar einer Selbstbehandlung. Haben Sie den Verdacht an Makuladegeneration erkrankt zu sein, suchen Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt auf!