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Makuladegeneration
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Altersbedingte Makuladegeneration – VEGF-Hemmer Überblick

Mit VEGF-Hemmer wird die feuchte Makuladegeneration behandelt. Sie sollen vorhandene Gefäße zurückbilden und neue verhindern. Die Therapie mit VEGF-Hemmer muss in der Regel mehrfach wiederholt werden.

aktualisiert am 17.04.2018

Spritze ins Auge bei feuchter Makuladegeneration
VEGF-Hemmer behandeln die unerwünschten Gefäßneubildungen bei feuchter Makuladegeneration. Sie werden direkt in das von feuchter AMD betroffene Auge gespritzt.
© SOS Augenlicht e.V. / mit freundlicher Unterstützung der Kolping Apotheke Mechernich (Spritze)
  1. VEGF-Hemmer Überblick
  2. Anwendung
  3. Chancen
  4. Risiken & Nebenwirkungen
  5. Erfahrungsberichte
  6. Stellungnahme
  7. Zusatzbemerkungen zu Avastin
Weitere Informationen:
Keine von den vielen Kliniken, die ins Auge spritzen, wurde uns auffällig häufig genannt. Sie können jedoch beim BVA nach einer nahe gelegenen Klinik fragen:
cms.augeninfo.de
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)
0211 - 430 37 00

Auf einen Blick: Behandlung mit VEGF-Hemmer

  • VEGF-Hemmer kommen ausschließlich bei der Behandlung der feuchten Makuladegeneration zum Einsatz. Die trockene AMD kann mit ihnen nicht behandelt werden.
  • VEGF-Hemmer sollen unerwünschte Gefäßneubildung bei feuchter Makuladegeneration zurückbilden und neues Wachstum verhindern.
  • VEGF-Hemmer werden direkt in das von feuchter Makuladegeneration befallene Auge gespritzt.
  • Bei der Behandlung der feuchten Makuladegeneration kommen verschiedene VEGF-Hemmer zum Einsatz. Diese sind Lucentis (Wirkstoff Ranibizumab), Avastin (Wirkstoff Bevacizumab), Eylea (Wirkstoff Aflibercept) und Macugen (Wirkstoff Pegaptanib).
  • Ziel der Behandlung mit VEGF-Hemmer ist die Umwandlung einer feuchten Makuladegeneration in die weniger aggressive trockene AMD.

Gefäßneubildung soll gehemmt werden

Die Anwendung von VEGF-Hemmer soll bei feuchter Makuladegeneration die Ausschüttung des VEGF (vascular endothel growth factor) Hormons hemmen. Das VEGF fördert das unerwünschte Gefäßwachstum und die größere Durchlässigkeit der Gefäßwände (Einblutung/Flüssigkeitsaustritt ins Auge).

Demnach sollen dadurch diese Neovaskularisationen ("unerwünschte" Gefäßneubildungen) und deren mögliche Folgen, wie sie bei feuchter Makuladegeneration auftreten, beeinflusst werden.

Laut EPAR (European public assessment report) des Committee for Medical Products for Human Use (CHMP) soll Eylea (Wirkstoff Aflibercept) zusätzlich zum VEGF sich außerdem an andere Proteine binden. Das ist beispielsweise der plazentare Wachstumsfaktor (placental growth factor, PlGF), der ebenfalls am Wachstum von Blutgefäßen beteiligt ist.

Wie bei der Laserung und der PDT findet auch hier zuerst eine Untersuchung der Netzhautgefäße mit der Fluoreszenzangiographie statt, um beurteilen zu können, ob eine Anwendung letztendlich sinnvoll sein kann. Zur Verlaufs- und Erfolgskontrolle wird auch mittels OCT eine Schichtaufnahme der Netzhaut angefertigt.

Wirksamstes schulmedizinisches Verfahren

Mit der Entwicklung von Gefäßwachstumshemmern (Anti-VEGF-Therapie) wurde 2004 eine neue Ära zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration eingeläutet. VEGF-Hemmer ist heute immer noch die schulmedizinische Behandlungsmethode Nummer eins bei feuchter AMD. Sie hat damit die PDT als bisher wirksamstes schulmedizinisches Verfahren abgelöst.

Verschiedene Präparate zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration

Seit Oktober 2004 ist der Wirkstoff Pegaptanib (Macugen) in Amerika zur Behandlung bestimmter Formen der feuchten Makuladegeneration zugelassen. Das Medikament wurde von der Firma EyeTech entwickelt und vom Pharmaunternehmen Pfizer vertrieben. Die Zulassung von Macugen für den deutschen bzw. europäischen Markt erfolgte Anfang 2006.

Ähnliches gilt für Ranibizumab (Lucentis), das von der Firma Genentech entwickelt wurde und für das der Pharmakonzern Novartis den Vertrieb übernimmt. Für dieses besteht seit dem 23.01.2007 eine Zulassung für Europa. In den USA wurde dieses bereits im Juni 2006 zugelassen, ca. zwei Monate später auch in der Schweiz und war dadurch auch schon in Deutschland beziehbar.

Seit Ende 2012 ist ein neues Präparat mit dem Wirkstoff Aflibercept (Eylea) in Deutschland zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration zugelassen. Die Vermarktung teilen sich die US-Firma Regeneron Pharmaceuticals und Bayer, die es in Kooperation entwickelt haben. Es hat bereits im Jahr 2011 die Zulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) für die USA erhalten.

Der Wirkstoff Bevacizumab (Avastin) ist bis heute zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration nicht zugelassen. Er war aber Grundlage für die Entwicklung der anderen VEGF-Hemmer. Bevacizumab ist in den USA und Europa zur Behandlung bestimmter Darmkrebsarten zugelassen, wo es zu einem ähnlichen Gefäßwachstum wie bei der feuchten Makuladegeneration kommt. Lesen Sie bitte hierzu auch unsere Avastin Zusatzbemerkungen.

VEGF-Hemmer nicht das erhoffte Mittel zur Heilung von Makuladegeneration

Zwei der VEGF-Hemmer wurden von der Augenklinik des Universitätsklinikums Bonn untersucht. Dessen Direktor, Prof. Dr. med. Frank G. Holz, war der Meinung, dass beide Präparate potenziell den bisherigen Therapien überlegen sein könnten.

Doch auch diese Medikamente sind nicht das erhoffte Heilmittel bei Makuladegeneration. Die Anti-VEGF-Therapien führen primär nicht zu einer dauerhaften Deaktivierung der krankhaften Gefäßneubildungen und der feuchten Makuladegeneration, schon gar nicht zu einer Heilung.

Sie dienen vielmehr dazu, den dauerhaften strukturellen Schaden, der durch die Makuladegeneration ausgelöst wird zu minimieren. Dies geschieht dadurch, dass die aktive Phase der feuchten Makuladegeneration mit Injektionsbehandlungen stabilisiert bzw. begrenzt wird.

Ziel ist es hierbei, durch die Reduktion des Netzhautödems und Hemmung der weiteren Gefäßneubildung, das Fortschreiten der Makuladegeneration zu minimieren. Die notwenige Dauer dieser Maßnahme ist individuell und nicht vorhersagbar. Sie kann sich über mehrere Jahre erstrecken.

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