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Makuladegeneration
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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) - Übersicht

Makuladegeneration führt zum zentralen Sehverlust bis Erblindung. Rechtzeitige Behandlung kann dies aufhalten. Mehr zu Diagnose, Ursachen, Therapie

aktualisiert am 12.10.2018

Simulation des dunklen Flecks bei Makuladegeneration
Bei Makuladegeneration sieht der Betroffene nur ein unscharfes Bild. Im späteren Stadium kommt es im Zentrum des Gesichtsfeldes meist zu einem Ausfall, der in seiner Größe zunimmt und in einigen Fällen grau erscheint.
© SOS Augenlicht e.V.

Makuladegeneration: Auf einen Blick

  • Viel mehr Betroffene, als angenommen auch 35- bis 44-jährige leiden schon an einer frühen Form der Makuladegeneration.
  • Die Makuladegeneration wird auch altersbedingte Makuladegeneration oder kurz AMD genannt. Sie ist in den westlichen Industrienationen die Erkrankung, die am häufigsten zu einer zentralen Erblindung führt.
  • Die Makula ist das Zentrum der Netzhaut und die einzige Stelle auf der Netzhaut, die scharf sehen kann. Bei Makuladegeneration verliert sie diese Fähigkeit. Betroffen sind meistens Menschen über 60 Jahre.
  • Bei trockener Makuladegeneration verschlechtert sich die Sehschärfe genau dort, wo man hinblickt. Bei der feuchten AMD erscheinen Fensterrahmen, Fliesen oder Gartenzäune zusätzlich oft krumm oder verzerrt. Später deckt meist ein grauer Fleck die Mitte des Gesichtsfeldes ab. Das Sehen beschränkt sich auf die Randbereiche der Netzhaut. Lesen, Autofahren, Dinge des täglichen Lebens werden mit der Zeit immer schlechter. Meistens bleibt die räumliche Orientierung.
  • Eine beginnende Makuladegeneration ist anfänglich meistens trocken. Sie kann später in die aggressivere, feuchte Form übergehen, von der zehn bis fünfzehn Prozent aller an Makuladegeneration Erkrankten betroffen sind. Makuladegeneration gilt als nicht heilbar. Die feuchte Makuladegeneration wird mit schulmedizinischen und alternativen Therapien behandelt. Die trockene Makuladegeneration wird mit alternativmedizinischen Therapiemethoden behandelt.

Die Anzahl der von Makuladegeneration Betroffenen steigt

Einer neuen Studie zufolge steigt die Anzahl der an Makuladegeneration leidenden Menschen weiter. Etwa 6,9 Million Menschen sind allein in Deutschland betroffen und zwar an einem frühen Stadium der AMD, 480.000 hätten ein Spätstadium.

Diese Zahlen wurden der Gutenberg-Gesundheitsstudie zum Thema Makuladegeneration der Johannes Gutenberg-Universität Mainz entnommen, an der seit 2007 mehr als 15.000 Probanden teilgenommen haben.

Mit diesen alarmierenden Zahlen gibt es somit erstmalig verlässliche Zahlen von an Makuladegeneration Erkrankten. Doch haben sich seit mehreren Jahren keinerlei Makula-Therapien entwickelt. Die feuchte Form der Makuladegeneration wird nach wie vor mit VEGF-Hemmer behandelt (lesen Sie auch unseren Bereich über VEGF-Hemmer).

Neue Therapieansätze, die zum Teil euphorisch in den Medien gefeiert wurden, konnten sich nicht durchsetzen oder haben nicht zum erhofften Erfolg geführt.

So auch der Antikörper Lampalizumab, der als Hoffnungsträger zur Behandlung der trockenen Makuladegeneration in der Phase-III-Studie enttäuschte, da der Wirkstoff nicht am Wirkort ankam, um die trockene AMD erfolgreich bekämpfen zu können. Eine weitere Phase-III Studie soll jetzt klären, ob das Präparat auf den Markt kommen wird oder nicht.

Unseres Erachtens wäre es wünschenswert, nach den Ursachen der Makuladegeneration zu forschen, denn es hat sich ebenfalls herausgestellt, dass Betroffene viel früher an Makuladegeneration erkranken, als bisher angenommen.

Der Begriff "altersbedingte Makuladegeneration (AMD)" könne so nicht mehr als gültig angesehen werden. Unter 50-jährige erkranken viel häufiger an einer frühen AMD, als angenommen. Laut der Gutenberg-Gesundheitsstudie sind bereits 4% der 35- bis 44-jährigen Teilnehmer von einer frühen Form der Makuladegeneration betroffen.

Sehverlust durch Makuladegeneration

Die funktionelle Mitte der Netzhaut wird als Makula bezeichnet. Die Makula ist zuständig für das direkte Fokussieren eines Objektes. Bei einer Makuladegeneration funktioniert das Fixieren mit hoher Sehschärfe nicht mehr. Feine Einzelheiten werden zunehmend schlechter erkannt. Ganz besonders trifft dies beim Lesen zu oder beim Erkennen von Gesichtern und deren Mimik.

Die Verschlechterung der Makula-Funktion bei Makuladegeneration ist umso bedeutsamer, weil hauptsächlich über die Zusammenarbeit der beiden Makulabereiche von beiden Augen ein räumliches Bild entsteht. Ein genaues Abschätzen von Distanzen, wie zum Beispiel beim Autofahren zum Erkennen von Entfernungen und Geschwindigkeiten wird unmöglich.

Volkskrankheit Makuladegeneration

Quellen zufolge sind alleine in Deutschland 6.9 Millionen Menschen an Makuladegeneration erkrankt. Weltweit sind es nach Schätzungen der UN etwa 25 bis 30 Millionen. Dennoch können nur vierzehn Prozent der Deutschen mit dem Begriff Makuladegeneration etwas anfangen und ihn einer Augenkrankheit zuordnen, obwohl es sich bei Makuladegeneration inzwischen um eine Volkskrankheit handelt.

Von allen Betroffenen haben etwa zwanzig Prozent der 65- bis 74-jährigen und etwa fünfunddreißig Prozent der 75- bis 84-jährigen die trockene Makuladegeneration. 10-15% aller Betroffenen leiden an der gefährlicheren feuchten Form der Makuladegeneration. Etwa 50.000 Menschen erkranken an AMD jedes Jahr neu.

Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Menschen mit Makuladegeneration innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre verdreifachen.

Was passiert bei Makuladegeneration?

Im medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Degeneration die Rückbildung und den Verfall von Gewebe oder sogar ganzer Organe. Bei Makuladegeneration lassen die Funktionen der Makula meist recht schnell nach, so dass das Gewebe der Makula verfällt. Am Ende des Verfalls sterben die Funktionen ab.

Schematische Darstellung des Auges mit der Makula
Schematische Darstellung des Auges mit Abbildung der Makula (3)

Oft entstehen bei Makuladegeneration krankhafte Zell- bzw. Gefäßwucherungen, die die Makulafunktionen zusätzlich beeinträchtigen. Die Degeneration führt oft zum vollständigen Verlust der Sehfunktionen in der Makula und sie kann zudem starke Beeinträchtigungen in den Bereichen um die Makula herum und in entfernteren Bereichen verursachen. Somit liegt eine Makuladegeneration vor.

Wenn die Makula degeneriert (Makuladegeneration), sinkt fatalerweise nicht nur die Sehleistung an dieser Stelle, sondern auch die Sehleistung für das gesamte Sehfeld.

Was bedeutet Makuladegeneration für den Betroffenen?

Der Ausfall der Makula bei fortgeschrittener Makuladegeneration ist fatal, weil die Sehfähigkeit der restlichen Netzhaut zum Rand hin ohnehin sehr schlecht ist. Beim gesunden Auge wird subjektiv über das gesamte Gesichtsfeld hinweg ein scharfes Bild wahrgenommen.

In Wirklichkeit hat nur die Makula eine derart hohe Sehschärfe. Der Eindruck von hoher Sehschärfe über das gesamte Gesichtsfeld kommt dadurch zustande, weil das Gehirn durch Abtasten der Netzhaut und das Zusammensetzen vieler einzelner scharfer Seheindrücke durch die Makula ein in allen Bereichen scharfes Bild erzeugt.

Die unscharfe Abbildung über die Randbereiche der Netzhaut wird dabei vom Gehirn retuschiert, das heißt, vom Menschen nicht bewusst wahrgenommen. Sie dient nur der (groben) Orientierung im Raum. Das wiederum ist wichtig für die Wahrnehmung von Bewegungen - sowohl der eigenen als der des Umfeldes.

Wenn die Funktion der Makula durch einen degenerativen Prozess, wie bei Makuladegeneration, gestört wird, kann das Sehzentrum im Gehirn kein scharfes Gesamtbild mehr zusammensetzen. Die Wahrnehmung über das gesamte Gesichtsfeld ist dann schnell gravierend eingeschränkt, denn die Randbereiche können zum scharfen Abtasten der Umgebung nicht verwendet werden. Im späten Stadium der Makuladegeneration kann die Orientierung verloren gehen. Spätestens dann ist der Betroffene auf fremde Hilfe angewiesen.

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Wichtiger Hinweis:
Die AMD-Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich zur Information. Sie können und dürfen einen Arztbesuch nicht ersetzen, noch dienen sie für eine Selbstdiagnose oder gar einer Selbstbehandlung. Haben Sie den Verdacht an Makuladegeneration erkrankt zu sein, suchen Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt auf!