Makuladegeneration
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Was man als Makuladegeneration-Betroffener wissen sollte!

"Was hilft wirklich bei Makuladegeneration" und "welche Möglichkeiten habe ich jetzt, was soll ich tun?" Das sind die häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Wir haben nicht nur intensiv recherchiert, sondern vor allem die Betroffenen gefragt. Inzwischen haben wir die Erfahrungen von über 3.000 Makula-Patienten mit ihrer Erkrankung bzw. den verschiedenen Therapieverfahren gesammelt, ausgewertet und in einem Buch, einer Vergleichs-Tabelle und einer Übersicht Die zwei effektivsten Therapien zusammengefaßt. Das alles zu bewerkstelligen war für uns ein riesiger Aufwand, wir haben uns damit richtig Mühe gegeben und wir aktualisieren regelmäßig. Wir hoffen, dass es Ihnen hilft, Ihr Augenlicht zu retten, Ihr Sehvermögen wieder zu steigern oder sogar Ihre Makuladegeneration zu überwinden.
Diese Therapien haben wir uns für Sie einmal genauer angeschaut.
Schulmedizin:
Therapie Form
Lucentis- / Avastin / Eylea / Macugen-Spritzen feucht
Photodynamische Therapie
feucht
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Alternativmedizin:
Therapie Form
Makula-Therapie nach Hancke trocken + feucht Details ansehen
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Akupunktur nach Boel trocken + feucht Details ansehen

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

aktualisiert 23.01.2018

Die funktionelle Mitte der Netzhaut wird üblicherweise als Makula bezeichnet. Diese Stelle, an der die höchste Sehschärfe innerhalb der Netzhaut erreicht wird, kann auch als innerstes Drittel der Netzhautgrube angesehen werden. Darin ist das Sehgrübchen, die so genannte Foveola, der empfindlichste Teil mit rund 30.000 Zapfen, die direkt mit Nervenzellen verschaltet sind.

Die Makula ist zuständig für das direkte Fokussieren eines Objektes. Dieses Fixieren mit hoher Sehschärfe ist wichtig, um feine Einzelheiten erkennen zu können. Ganz besonders trifft dies natürlich beim Lesen zu oder beim Erkennen von Gesichtern und deren Mimik.

Die Funktion der Makula ist umso bedeutsamer, weil hauptsächlich über die Zusammenarbeit der beiden Makulabereiche von rechtem und linkem Auge ein stereoskopisches (räumliches) Bild entsteht. Das erlaubt uns ein genaues Abschätzen von Distanzen, das z.B. beim Autofahren zum Erkennen von Entfernungen und Geschwindigkeiten nötig ist.

Quellen zufolge waren alleine in Deutschland im Jahr 2008 mehr als 4 Millionen Menschen an Makuladegeneration erkrankt. Weltweit sind es nach Schätzungen der UN etwa 25 bis 30 Millionen Menschen. Dennoch können nur 14 Prozent der Deutschen mit dem Begriff Makuladegeneration etwas anfangen und ihn einer Augenkrankheit zuordnen, obwohl es sich bei Makuladegeneration inzwischen um eine Volkskrankheit handelt.

Von allen Betroffenen haben etwa 20 Prozent der 65- bis 74-jährigen und etwa 35 Prozent der 75- bis 84-jährigen die trockene Form. 10 bis 15 Prozent haben die feuchte Form der Makuladegeneration. Etwa 50.000 neue Patienten erkranken jedes Jahr.

Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Menschen mit Makuladegeneration innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre verdreifachen Quelle: Ärzte Zeitung Extra, 19.09.2008 Thema Makuladegeneration

Im medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Degeneration die Rückbildung und den Verfall von Gewebe oder sogar ganzer Organe. Bei Makuladegeneration lassen die Funktionen der Makula meist recht schnell nach, so dass das Gewebe der Makula verfällt. Am Ende des Verfalls sterben die Funktionen ab.

Oft entstehen bei Makuladegeneration krankhafte Zell- bzw. Gefäßwucherungen, die die Makulafunktionen zusätzlich beeinträchtigen. Die Degeneration führt oft zum vollständigen Verlust der Sehfunktionen in der Makula und sie kann zudem auch starke Beeinträchtigungen in den Bereichen um die Makula herum und auch in entfernteren Bereichen verursachen. Somit liegt eine Makuladegeneration vor.

Wenn die Makula degeneriert (Makuladegeneration), sinkt fatalerweise nicht nur die Sehleistung an dieser Stelle, sondern auch die Sehleistung für das gesamte Sehfeld.

Der Ausfall der Makula bei fortgeschrittener MD ist fatal, weil die Sehfähigkeit der restlichen Netzhaut zum Rand hin ohnehin sehr schlecht ist. Beim gesunden Auge wird subjektiv über das gesamte Gesichtsfeld hinweg ein scharfes Bild wahrgenommen.

In Wirklichkeit hat aber nur die innerste Makula eine derart hohe Sehschärfe. Der Eindruck von hoher Sehschärfe über das gesamte Gesichtsfeld kommt nur dadurch zustande, weil das Gehirn durch Abtasten der Netzhaut und das Zusammensetzen vieler einzelner scharfer Seheindrücke durch die Makula ein in allen Bereichen scharfes Bild erzeugt.

Die unscharfe Abbildung über die Randbereiche der Netzhaut wird dabei vom Gehirn retuschiert, d.h., vom Menschen nicht bewusst wahrgenommen. Sie dient vielmehr nur der (groben) Orientierung im Raum. Das wiederum ist wichtig für die Wahrnehmung von Bewegungen - sowohl der eigenen als auch der des Umfeldes.

Wenn nun die Funktion der Makula durch einen degenerativen Prozess gestört wird, kann das Sehzentrum im Gehirn kein scharfes Gesamtbild mehr zusammensetzen. Die Wahrnehmung über das gesamte Gesichtsfeld ist dann schnell einmal gravierend eingeschränkt, denn die Randbereiche können zum scharfen Abtasten der Umgebung nicht verwendet werden. Im späten Stadium der Makula-Erkrankung kann selbst die Orientierung verloren gehen. Spätestens dann ist der Betroffene auf fremde Hilfe angewiesen.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Trockene Form

aktualisiert 25.02.2016

Makuladegeneration wird unterschieden in eine trockene und in eine feuchte Form, die auch als exsudative Form bezeichnet wird. Die trockene Form wird bei ca. 85% der von Makuladegeneration Betroffenen diagnostiziert.

Dabei kommt es im Bereich der Netzhaut zu einer verstärkten Ablagerung von Stoffwechselendprodukten, die sich oftmals in sogenannten Drusen zusammenlagern. Der Stoffwechsel der Netzhaut ist an den betroffenen Stellen also verschlechtert.

Aber auch Durchblutung und Nervenfunktionen sind oftmals eingeschränkt. Man spricht hierbei auch von Funktionsstörungen im retinalen Pigmentepithel (RPE); einer Zellschicht, die unter den Sehzellen liegt und die für deren Versorgung zuständig ist.

Das Vorhandensein von Drusen und Pigmentepithelveränderungen bezeichnet man als Frühform der Trockenen Makuladegeneration. Es gibt verschiedene Drusenformen. Dabei stellen sogenannte weiche Drusen, sowie bestimmte großflächige Drusenansammlungen einen Risikofaktor für das Fortschreiten der AMD in Spätstadien dar.

Anfangs führt dies zu immer stärker werdenden Funktionseinbußen und später zum Zelltod im Bereich der äußeren Netzhaut- und Aderhautschichten (geographische Atrophie - trockene "Spätform"). Die Degeneration schreitet immer weiter fort, was dann meist den Untergang des zentralen Sehens bedeutet. Eine Trockene Makuladegeneration kann auch jederzeit in die Feuchte Makuladegeneration übergehen.

Abbildung einer feuchten Makuladegeneration
Erscheinungsformen der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Hier die verbreitetere Trockene Form der Krankheit.

Für die Behandlung von nicht exudativer (trockener) AMD liegt derzeit keine "golden Standard" Therapie vor. Ernährungsempfehlungen sprechen sich für den Konsum von "grünem Gemüse" aus. Über eine hochdosierte Vitaminsupplementierung wird oftmals empfohlen. Siehe dazu auch "Vitamine und Ernährung".

Im Gegensatz zur feuchten Makuladegeneration verläuft die trockene Makuladegeneration generell recht langsam über mehrere Jahre hinweg bis das Endstadium, d.h. der komplette Ausfall des Makulabereiches, erreicht ist.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Feuchte Makuladegeneration

Bei ca. 15% der Betroffenen entwickelt sich aus der trockenen Form die sogenannte feuchte oder exsudative Form. Dabei entstehen als Reaktion auf die Drusen bzw. die schlechte Stoffwechsellage kleine Gefäße unter der Netzhaut, um die lokale Versorgung der Netzhaut schnellstmöglich wieder zu verbessern.

Diese "Rettungsaktion" des Körpers hat jedoch meist fatale Folgen für das Sehen. Denn diese "unerwünschten" Gefäßneubildungen wachsen von der tiefer liegenden Aderhaut (Chorioidea) in Richtung Netzhaut und können diese dadurch anheben.

Zudem sind die Wände dieser Gefäße sehr durchlässig, so dass daraus Flüssigkeit ins umliegende Gewebe eindringen kann. Diese Schädigung der Netzhaut macht die feuchte Makuladegeneration so gefährlich. Der Vorgang läuft meist schneller ab als bei der trockenen Form. Ein typisches Symptom der feuchten MD ist das Wahrnehmen von Verzerrungen (Metamorphopsien), wenn beispielsweise gerade Kanten betrachtet werden.

Aufgrund von Blutungen (Hämorrhagien) aus den neu gebildeten Gefäßen (auch als Membran oder CNV - chorioidale Neovaskularisationen bezeichnet) ins Netzhautgewebe kann es an den davon betroffenen Stellen schlagartig zu Blindheit kommen. Durch eine Ansammlung von Flüssigkeit kann ein sogenanntes Makulaödem (Makulaschwellung) entstehen. Zusätzlich wird die Netzhaut durch die neu gebildeten Gefäße von der Versorgung durch die Aderhaut abgeschnitten.

Abbildung einer feuchten Makuladegeneration
Erscheinungsformen der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Hier die seltenere Feuchte Form mit den typischen unerwünschten Gefäßneubildungen

Man unterscheidet hierbei zwischen der sog. okkulten ("verborgenen") und der aggressiveren klassischen Gefäßneubildung (CNV). Bei der okkulten CNV liegen die Gefäße unterhalb des retinalen Pigmentepithels (RPE) und befinden sich noch nicht, wie das bei der klassischen CNV der Fall ist, oberhalb des RPE im Bereich der empfindlichen Photorezeptoren.

Also: Damit eine feuchte MD entstehen kann, liegen vorher immer Veränderungen in Form einer trockenen MD vor. Eine feuchte MD besteht demnach vereinfacht dargestellt aus zwei Komponenten, aus einer trockenen Makuladegeneration zuzüglich einer "unerwünschten" Gefäßneubildung. Dies zu verstehen ist sehr wichtig, um die prinzipiellen Möglichkeiten von Therapien beurteilen zu können.

Denn viele Therapien sind ausschließlich in der Lage die eine Komponente der feuchten Makuladegeneration, nämlich das "unerwünschte" Gefäßwachstum zu beeinflussen. Deswegen kann dadurch bestenfalls die feuchte MD "trockengelegt", d.h. in die ursprüngliche trockene Makuladegeneration zurückgeführt werden. Deshalb schreitet in diesen Fällen die Degeneration trotz erfolgreich angewandter Therapie weiter fort und die Sehschärfe lässt, zwar weniger schnell als vorher, dennoch langsam immer weiter nach.

Die gesellschaftlichen Folgen für den Betroffenen sind fatal. Nicht selten zieht sich der Betroffene vom gesellschaftlichen Leben zurück und schränkt so seine soziale Kontaktfähigkeit ein. Das kann so weit gehen, dass psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, auftreten können.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Wie wird eine Makuladegeneration festgestellt

Oftmals ist die Diagnose ein Zufallsbefund, weil der Betroffene denkt, dass seine Brille nicht mehr stimmt oder dass sich ein Grauer Star (Linsentrübung) entwickelt. In manchen Fällen liegen auch zuerst Verzerrungen im Sehen oder massive Sehverschlechterungen vor.

Wenn dann der Augenarzt aufgesucht wird, nimmt dieser mit einem Augenspiegel oder einer Lupe sowie einer Lichtquelle eine Ophthalmoskopie vor. Das heißt, der Augenhintergrund wird abgeleuchtet, um Veränderungen der Netzhaut festzustellen - meistens wird davon auch ein Foto zur Verlaufsdokumentation gemacht. Mittels der Ophthalmoskopie kann der Augenarzt das Vorliegen von AMD-typischen Veränderungen, wie Drusen und Pigmentepithelverschiebungen, beurteilen. Hier können auch bereits Anzeichen für das eventuelle Vorliegen einer Feuchten MD erkannt werden.

Im Weiteren wird mit dem sogenannten Amsler-Gitter und anhand von Sehzeichen auf einer Tafel die Sehwahrnehmung des Patienten abgefragt. In der Regel ist die Diagnose recht knapp. Manchmal wird dem Betroffenen als Diagnose lediglich "Durchblutungsstörungen der Augen oder der Netzhaut" genannt.

Erkrankte erkennen im Frühstadium ihrer Erkrankung oft keinen Visusverlust, weshalb ihnen eine beginnende Erkrankung oftmals gar nicht bewusst wird. Dabei können jedoch parafoveale (um das absolute Netzhautzentrum herumliegende) Gebiete schon erste Anzeichen einer Schädigung zeigen, obwohl zentral noch ein verhältnismäßig hoher Visus (Sehschärfe) erreicht wird. Meistens liegt dann jedoch eine Makuladegeneration vor.

Bei der trockenen Form der altersbedingten Makuladegeneration erhält der Patient die Information, dass sich nichts dagegen tun lässt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen werden empfohlen.

Meist wird bei der Erstuntersuchung, aber insbesondere bei Verdacht auf eine feuchte Form, eine Farbstoff-Untersuchung (Fluoreszenzangiographie) durchgeführt.

Durch die Armvene wird ein reflektierender Farbstoff eingespritzt, der es ermöglicht, mit einer Spezialkamera die Durchblutung in den Gefäßen des Auges exakter festzustellen.

In letzter Zeit wird zur genaueren Abklärung auch zunehmend eine Schichtaufnahme der Makula mittels der sogenannten Optischen Kohärenz Tomographie (OCT) angefertigt.

Der Patient wird nach den Untersuchungen in der Regel darüber aufgeklärt, welche Therapieform im Einzelfall in Frage kommt. Häufig wird den Patienten vom Augenarzt mitgeteilt, man werde bei einer Makuladegeneration nicht ganz blind.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Die Farbstoff-Untersuchung (Fluoreszenzangiographie)

Eine Fluoreszenzangiographie, kurz auch FAG oder FLA genannt, bezeichnet ein diagnostisches Hilfsmittel zur Erkennung verschiedener Netzhauterkrankungen, unter anderem der Makuladegeneration. Es ist die Darstellung der Blutgefäße am Augenhintergrund mit Hilfe eines leuchtenden Farbstoffes.

Nach erfolgtem Sehtest und einer augenärztlichen Untersuchungen beginnt die Fluoreszenzangiographie. Um einen besseren Einblick in das Auge zu bekommen, muss die Pupille mittels Augentropfen geweitet werden, ein Standartverfahren nicht nur bei Makuladegeneration. In den meisten Fällen werden jedoch beide Augen weit getropft, damit ein Seitenvergleich mit dem an Makuladegeneration erkrankten Auge vorgenommen werden kann. Um einen optimalen Vergleich erzielen zu könne, werden zuerst ohne den Farbstoff Bilder vom Auge gemacht. Anschließend wird der Farbstoff (Fluoreszein) mittels Kanüle in die Vene eingespritzt.

Der verabreichte Farbstoff erreicht die Gefäße des Auges das von Makuladegeneration betroffen ist nach etwa zehn Sekunden. Nun wird das betreffende mit kurzwelligem, blauem Licht angestrahlt. Dies sorgt dafür, dass der Farbstoff für etwa 5 bis 6 Minuten die Durchblutung der Netzhaut und der in- und umliegenden Adern sichtbar werden lässt. Mit einer so genannten digitalen Restlichtfernsehkamera werden Aufnahmen der Durchblutung festgehalten um das An- und Abfließen des Farbstoffes bestmöglich interpretieren zu können und eine möglich Makuladegeneration optimal erkennen zu können.

Grundsätzlich, so heißt es in der Fachliteratur, gelte der Farbstoff Fluoreszein als sichere Substanz, speziell bei auch bei der Untersuchung von Makuladegeneration.

Dennoch seien allergische Reaktionen möglich. Meist nur von kurzer Dauer seien Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Dennoch wird auch von sporadischen, sehr ausgeprägten Reaktionen berichtet, die unter Umständen lebensgefährlich sein können. Ein Narkosefacharzt sei aber in der Regel zur Sicherung zugegen. Weitere Nebenwirkungen, so heißt es in der Fachpresse, könnten Infektionen, Narben und Nervenschäden durch die Kanüle zur Einspritzung des Farbstoffs sein.

Ebenso könne das Weittropfen der Pupille zu einem Augendruckanstieg (Glaukomanfall) führen, durch den auch Sehschäden verursacht werden könnten. Die Einspritz-Kanüle wird nach etwa 30 Minuten wieder entfernt, jedoch sollte ein Patient aufgrund der Pupillenerweiterung eine Fahruntauglichkeit von etwa 3 bis 4 Stunden kalkulieren. Die Fluoreszenzangiographie ist ein Standartverfahren bei Makuladegeneration.

Der nun im Körper vorhandene Farbstoff der allmählich wieder ausgeschieden. Es kann jedoch es zu einer Gelbfärbung der Haut kommen einer gelblich leuchtend Urinverfärbung. Beides ist aber nur von kurzer Dauer und wird als völlig harmlos eingestuft.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Verlauf

Den typischen Verlauf gibt es bei Makuladegeneration nicht. Prof. Hruby, Österreich, schreibt zum Thema Makuladegeneration, diese Krankheit befalle in der Regel beide Augen gleichzeitig oder in kurzen Abständen nacheinander.

Grundsätzlich verläuft die feuchte Form schneller und dramatischer. Bei beiden Formen kommt es manchmal zu einem Stillstand, der einem Patienten/Betroffenen einen kurzen Aufschub gewährt. Aber letztendlich schreitet die Degeneration in den meisten Fällen dann doch weiter fort.

Auch wir von SOS Augenlicht e.V. haben die Erfahrung gemacht, dass eine völlige Erblindung nur selten auftritt. Es bleibt meistens noch ein kleiner Sehrest am Rande der Netzhaut erhalten, mit dem man sich in gewohnter Umgebung wie ein "Fast-Blinder" meist halbwegs orientieren kann.

In fremder Umgebung hingegen sind viele Betroffene auf fremde Hilfe angewiesen, so dass man vor dem Gesetz tatsächlich als blind eingestuft wird. Es liegt hier nur noch eine Sehschärfe von 2% oder weniger vor. Oftmals müssen die Betroffenen mit noch weniger Sehschärfe leben und können die meisten Dinge des Alltags nicht mehr allein ausüben. Einige können im Endstadium nur noch hell und dunkel erkennen. Eine völlige Erblindung ist eher selten.

Es erscheint nur verständlich, dass insbesondere im Alter der Erblin-dungsprozess kontinuierlich fortschreitet. Denn auch der Alterungsprozess schreitet schließlich beim Betroffenen immer weiter fort und körpereigene Funktionen laufen, mit steigendem Alter, bekanntermaßen zunehmend schlechter ab.

Die Möglichkeit, den Zustand zu erhalten, nimmt mit steigendem Alter folglich immer weiter ab. Altern ist demnach generell mit Degeneration im Allgemeinen gleichzusetzen. Jedoch ist eine zu schnell ablaufende Degeneration immer krankhaft.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Risikofaktoren

Risikofaktoren, die zur Makuladegeneration führen, können nicht eindeutig zugeordnet werden. Insgesamt kommen alle Einflüsse in Frage, die das Auge schädigen. Sonnenlicht und erhöhter Blutdruck scheinen das Risiko zu erhöhen. Einzig beim Rauchen und beim Körpergewicht wird ein klarer Zusammenhang erkannt. Hier herrscht die Meinung vor, dass Raucher und Fettleibige doppelt so gefährdet seien wie Nichtraucher bzw. Schlanke.

Neben dem Alter, Vorkommen innerhalb der Familie und bestimmten genetischen Voraussetzungen gilt das Rauchen als stärkster Risikofaktor für die Entwicklung einer Feuchten Makuladegeneration. Teils konträre Meinungen bestehen über den möglichen Einfluss von Blaulicht, Folgen einer Grauer-Star-Operation und kardiovaskulären Risikofaktoren.

Ähnlich wie beim Rauchen, wird auch immer wieder über den Zusammenhang zwischen Makuladegeneration und Fettleibigkeit diskutiert. Da wir in den letzten Jahren ebenfalls oft von Betroffenen der Makuladegeneration angesprochen wurden, haben wir nachfolgend zu dem Thema recherchiert.

Das englische Royal National Institute of the Blind (RNIB) erklärte: "Übergewichtige riskierten einen grauen Star und eine altersbedingte Makuladegeneration". Fettleibige Menschen hätten ein doppelt so hohes Risiko ihre Sehkraft zu verlieren, da ihr Gewicht die Wahrscheinlichkeit bestimmte Erkrankungen zu bekommen erhöhe. Das RNIB erklärte, dass die Menschen sich nicht ausreichend um ihre Augen kümmerten. Nach Aussage des RNIB gäbe es einen direkten Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und dem Risiko Makuladegeneration.

Fettleibige Menschen mit einem BMI über 30 würden über ein doppelt so hohes Risiko verfügen, an der so genannten trockenen Makuladegeneration zu erkranken hieß es weiter. Außerdem hätte man nachweisen können, dass Fettleibigkeit auch die Geschwindigkeit des Fortschreitens der feuchten Makuladegeneration erhöhe. Weiter heißt es bei RNIB, das besonders Menschen mit einer genetischen Prädisposition zu Makuladegeneration auf ihr Gewicht achten sollten, da sich ihr Risiko an Makuladegeneration zu erkranken vom Vierfachen, wenn sie normalgewichtig seien, auf das Elffache erhöhen könne, wenn sie fettleibig würden.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Anzeichen für Makuladegeneration

Zu Beginn einer Makuladegeneration bemerkt der Betroffene meistens noch keine Verschlechterung des Sehens. Denn wenn zunächst nur ein Auge betroffen ist, kann das noch gesunde andere Auge die Verschlechterung des betroffenen Auges oftmals überdecken. So kommt es vor, dass selbst starke Verschlechterungen des betroffenen Auges anfangs nicht wahrgenommen werden. In solchen Fällen wird die Makuladegeneration oftmals erst per Zufall vom Betroffenen oder vom Augenarzt entdeckt und der Patient ist meist überrascht, dass ein Auge bereits eine derart verminderte Sehleistung aufweist.

Grundsätzlich können bei beiden Formen der Makuladegeneration gerade Linien verzerrt wahrgenommen werden. Dennoch ist dies bei der Trockenen Form nur selten der Fall, da diese nur durch Verwerfungen der Netzhaut über recht starken Drusen entstehen können. Bei der feuchten Form der Makuladegeneration erscheinen gerade Linien oftmals verbogen, da durch krankhafte Gefäßneubildungen in späteren Stadien, sowie Flüssigkeitsansammlungen inner- und unterhalb der Netzhaut hier regelmäßig auftreten.

Zur Überprüfung, ob bereits Verzerrungen vorhanden sind, dient das so genannte Amsler-Gitter. Dies ist ein Karo-Papier mit einem Fixierpunkt in der Mitte, das jeder von Makuladegeneration Betroffene von seinem Augenarzt erhält.

Des Weiteren bemerken viele Patienten eine mit der Degeneration zunehmende Instabilität des Sehens. Die Sehleistung kann an einem Tag gut sein, am nächsten sehr schlecht und am darauf folgenden wieder besser. Ursache hierfür sind die wechselnden Lichtverhältnisse, wechselnde Stoffwechsellage und wechselnde Durchblutung von Auge und Sehzentrum im Gehirn. Insbesondere stellen viele Betroffene fest, dass die Sehfähigkeit umso mehr von der seelischen und körperlichen Verfassung abhängt, je schlechter es wird.

Für beide Formen der Makuladegeneration gilt, dass Farben zunehmend blasser erscheinen und das Lesen immer schwieriger wird. Das Farbensehen ist stark eingeschränkt und auch das Kontrastsehen leidet im weiteren Verlauf der Erkrankung. Durch die Beeinträchtigung des zentralen Visus erhöht sich das Risiko von Stürzen, Autofahren wird meist unmöglich was die Mobilität und Unabhängigkeit der Patienten somit stark eingeschränkt.

Später sind keine Gesichter - auch nicht das eigene im Spiegel - mehr erkennbar, das Lesen wird unmöglich. Am Ende erscheint das Zentrum des Gesichtsfeldes leer, als heller, grauer oder als schwarzer Fleck (Zentral-Skotom).

Für den Makula-Betroffenen kann ein verschwommenes Bild entstehen, das vor allem im Zentrum von einem grauen Punkt dominiert ist.

Doch das periphere Gesichtsfeld bleibt in der Regel erhalten, sodass Be-troffene sich noch einigermaßen in bekannter Umgebung orientieren können. Die meisten sind in diesem Stadium aber auf fremde Hilfe ange-wiesen. Betroffene, die uns berichteten, dass sie immer daran glaubten, nicht ganz blind zu werden, waren in diesem Moment jeweils ziemlich entsetzt. Denn sie konnten sich zuvor nicht vorstellen, was das heißt, "nicht ganz blind" zu sein.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Das Amsler-Gitter

Bei der feuchten Form der Makuladegeneration erscheinen gerade Linien oftmals verbogen. Zur Überprüfung, ob bereits Verzerrungen vorhanden sind, dient das so genannte Amsler-Gitter. Das ist ein Karo-Papier mit einem Fixierpunkt in der Mitte, welches der von Makuladegeneration Betroffene z. B. von seinem Augenarzt erhält oder auch im Internet finden kann.

Bei diesem Test müssen Sie ein Auge abdecken und mit dem anderen Auge den Punkt in der Mitte fixieren. Grundsätzlich muss der Test für beide Augen getrennt durchgeführt werden und das zu testende Auge darf nicht zusammen gekniffen werden. Wichtig bei diesem Makuladegeneration Test ist, dass Sie Ihren normalen Leseabstand, in der Regel etwa 30-40 cm einhalten und falls Sie im Alltag eine Lesebrille benutzen, müssen Sie diese für den Amsler-Test ebenfalls aufsetzen. Mit dem geöffneten Auge schauen Sie nun ruhig auf den Punkt in der Mitte des Gitters.

Das Amsler Gitter
Das Amsler Gitter zum Ausdrucken

Achten Sie darauf, ob Sie einer der nachfolgenden Effekte bei Ihnen auftritt:

  • Sind Linien verzerrt, gewellt oder verbogen?
  • Sehen Sie verschwommene oder dunklere Stellen?
  • Sehen Sie Löcher oder leere Stellen im Gitter oder graue Schleier oder Schatten auf dem Bild?
  • Fehlen dem Gitter ein oder mehrere Ecken
  • Wirken einige der Quadrate des Amsler-Gitters größer oder kleiner als die anderen?
  • Ist der Punkt ist der Mitte klar zu erkennen oder verschwindet er?

Sollten ein oder mehrer der beschriebenen Effekte auf Sie zutreffen, zögern Sie bitte nicht Ihren Augenarzt aufzusuchen und ihm dies mitzuteilen. Bei einer möglichen Makuladegeneration sollte keine Zeit verschwendet werden.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Heilungschancen

Wie bereits beschrieben, handelt es sich bei Makuladegeneration um das Nachlassen wichtiger Funktionen innerhalb der Netzhaut; mit einem nachfolgenden Absterben der Sinneszellen. Nur, wenn in der Makula ein totaler Schaden vorliegt, bestehen keine Aussichten mehr auf Regeneration.

In der Medizin ist bekannt, dass Gewebestrukturen und sogar auch Nervengewebe grundsätzlich eine Chance auf Regeneration haben, sofern bestimmte Funktionen überhaupt noch feststellbar sind. Das gilt auch für die Netzhaut und für die Makula.

Deshalb gilt: Erst wenn sicher diagnostiziert wird, dass die Makula absolut nicht mehr arbeitet, kann die Makula auch nicht mehr verbessert werden. Eine grobe Beurteilung mit der Aussage, eine Makula sei vernarbt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche Funktionen in der Makula erloschen sind.

Sollten tatsächlich in der Makula selbst keine Funktionen mehr messbar sein, lässt sich immer noch versuchen, in den angrenzenden Netzhautbereichen eine Verbesserung zu erzielen. Auch dies kann unter Umständen zu einer wieder erhöhten Gesamtsehschärfe führen.

Noch einmal: Wenn die Makula wie tot erscheint, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Makula tatsächlich nicht mehr funktionstüchtig ist. Das haben uns einige Makula-Patienten berichtet. Die Erfahrung hat also gezeigt, dass grundsätzlich Verbesserungen möglich sind, falls minimale Grundfunktionen noch vorhanden sind.

Die subjektiven Berichte werden durch die folgende Erkenntnis gestützt: Die medizinische Wissenschaft glaubte bis vor einigen Jahren, der menschliche Körper könne unmöglich geschädigte oder funktionslose Nervenzellen regenerieren. 1994 haben Wissenschaftler herausgefunden, dass dies prinzipiell doch möglich ist. Entgegen der Erfahrung und der oben genannten wissenschaftlichen Erkenntnisse behaupten einige Augenärzte - so sagten uns viele Betroffene und so behaupten immer noch manche Veröffentlichungen aus der schulmedizinischen Augenheilkunde -, dass bei Makuladegeneration Regeneration nicht möglich sei. Doch das Gegenteil ist offensichtlich.

Oft wird behauptet, eine Makula sei schon vernarbt und deshalb gäbe es keine Chance mehr. In vielen Fällen, so berichteten uns Patienten, stimme das nicht, es sei dennoch eine Sehverbesserung eingetreten. In diesen Fällen muss eine Restfunktion vorhanden gewesen sein, wo im Alltag nur noch ein Fleck gesehen wurde. Bei fortgeschrittener Makuladegeneration ist eine vollständige Wiederherstellung sehr selten. Die meisten Betroffenen teilten uns mit, sie seien inzwischen sehr bescheiden geworden und zufrieden, wenn der Prozess zum Stillstand käme. Jedes Prozent in Richtung Verbesserung sei ein Segen.

Eine nahezu vollständige Wiederherstellung ist nur dann möglich, wenn alle Bereiche der Netzhaut noch leben und auf eine Therapie hervorragend ansprechen. Zu beachten ist, dass schon eine Erhaltung der ansonsten immer weiter zurückgehenden Sehfähigkeit einen großen Erfolg darstellt.

Makuladegeneration ist nicht vergleichbar mit anderen Erkrankungen, wie beispielsweise einer Viruserkrankung, bei der man gewohnt ist, dass sich der Organismus meistens wieder vollständig erholt, wenn die Viren eliminiert sind. Es kann auch nicht einfach ein neues Organ - wie beispielsweise bei einer Niere - transplantiert werden. Es lässt sich nicht einfach etwas Krankhaftes wegoperieren, wie bei Krebs. Auch Medikamente schaffen es meist nicht, so Augenärzte, einen Stillstand herbeizuführen. Makuladegeneration kann nicht wie eine "normale" Krankheit durch konventionelle oder lokale Maßnahmen geheilt werden. Diese Krankheit erfordert anscheinend neue Wege der Therapie.

Es handelt sich bei Makuladegeneration vielmehr um einen fortschreitenden Prozess, der ohne erfolgreiche Hilfe von außen nahezu zur Erblindung führt. Es scheint so, als würde der Organismus den betroffenen Bereich einfach aufgeben und ihn nicht mehr richtig versorgen.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Vorbeugung

In den Medien wird immer wieder darauf hingewiesen, man solle zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr möglichst regelmäßig Kontrolluntersuchungen bei einem Augenarzt durchführen lassen um eine mögliche Makuladegeneration möglichst frühzeitig erkennen zu können.

Vorbeugende Maßnahmen oder Medikamente gegen Makuladegeneration seien bisher nicht bekannt heißt es. Jedoch seien Rauchen, Fettleibigkeit und Bluthochdruck bekannte Risiko die die Entstehung einer Makuladegeneration begünstigen sollen (siehe auch Risikofaktoren. Ebenso heißt es, Sonnenlicht und unter Umständen sogar die bekannten Energiesparlampen, könnten den Verlauf einer Makuladegeneration beeinflussen.

Daher wird, als Schutz der Augen vor UV-Strahlung, immer öfter das konsequente Tragen einer Sonnenbrille empfohlen um Makuladegeneration vorzubeugen. Aber auch bisher weitestgehend unerforschte Auslöser für Makuladegeneration werden zunehmend ernster genommen.

So wird von einigen Augenheilkundlern immer wieder auf die Bedeutung von psychischem Stress in Verbindung mit Makuladegeneration hingewiesen. Privater oder beruflicher Stress könnte, so die Mediziner, unter Umständen ebenso eine Makuladegeneration negativ beeinflussen, wie das angesprochene Rauchen oder der Hang zur Fettleibigkeit.

Auch im Alltäglichen Leben sollten Sie die eine oder andere Gewohnheit üerprüfen

  • Längere Bildschirmarbeiten
  • Langes Fernsehen
  • Handarbeiten
  • Sehr langes Lesen

All dies kann die Augen stark ermüden und unter Umständen auch überbelasten. Bewegung und frische Luft sind wahrscheinlich die Beste Art für die Augen eine "Sehpause" einzulegen.

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