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Makuladegeneration
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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) - Trocken & Feucht

Die trockene Makuladegeneration geht oftmals in die schneller voranschreitende, feuchte Makuladegeneration über. Bei Verdacht sofort den Augenarzt aufsuchen.

aktualisiert am 12.04.2018

Aufnahmen einer trockenen und feuchten Makuladegeneration nebeneinander dargestellt
Erscheinungsformen der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Links die verbreitetere trockene AMD. Rechts, die seltenere feuchte AMD mit den typischen unerwünschten Gefäßneubildungen.

Trockene Makuladegeneration

Makuladegeneration wird unterschieden in eine trockene und in eine feuchte Form. Die trockene Makuladegeneration wird bei circa 85 Prozent der von dieser Augenkrankheit Betroffenen diagnostiziert.

Dabei kommt es im Bereich der Netzhaut zu einer verstärkten Ablagerung von Stoffwechselendprodukten, die sich oft in Drusen zusammenlagern. Der Stoffwechsel der Netzhaut ist an den betroffenen Stellen also verschlechtert.

Drusen bei trockener Makuladegeneration

Durchblutung und Nervenfunktionen sind eingeschränkt. Man spricht hierbei von Funktionsstörungen im retinalen Pigmentepithel (RPE); einer Zellschicht, die unter den Sehzellen liegt und die für deren Versorgung zuständig ist.

Das Vorhandensein von Drusen und Pigmentepithelveränderungen bezeichnet man als Frühform der trockenen Makuladegeneration. Es gibt verschiedene Drusenformen. Dabei stellen weiche Drusen, sowie bestimmte großflächige Drusenansammlungen einen Risikofaktor für das Fortschreiten der Makuladegeneration in Spätstadien dar.

Anfangs führt dies zu immer stärker werdenden Funktionseinbußen und später zum Zelltod im Bereich der äußeren Netzhaut- und Aderhautschichten (geographische Atrophie - trockene "Spätform"). Die Degeneration schreitet immer weiter fort, was dann meist den Untergang des zentralen Sehens bedeutet. Eine Trockene Makuladegeneration kann auch jederzeit in eine feuchte Makuladegeneration übergehen.

Keine Standardtherapie bei trockener Makuladegeneration

Für die Behandlung von nicht exsudativer (trockener) Makuladegeneration (AMD) liegt derzeit keine "golden Standard" Therapie vor. Ernährungsempfehlungen sprechen sich für den Konsum von "grünem Gemüse" aus. Über eine hochdosierte Vitaminsupplementierung wird oftmals empfohlen. Siehe dazu auch "Vitamine und Ernährung".

Im Gegensatz zur feuchten Makuladegeneration verläuft die trockene Makuladegeneration generell recht langsam über mehrere Jahre hinweg bis das Endstadium, der komplette Ausfall des Makulabereiches, erreicht ist.

15% entwickeln eine feuchte Makuladegeneration

Bei ca. 15% der Betroffenen entwickelt sich aus der trockenen Makuladegeneration die feuchte oder exsudative Form. Dabei entstehen als Reaktion auf die Drusen bzw. die schlechte Stoffwechsellage kleine Gefäße unter der Netzhaut, um die lokale Versorgung der Netzhaut schnellstmöglich wieder zu verbessern.

Diese "Rettungsaktion" des Körpers hat jedoch meist fatale Folgen für das Sehen. Denn diese "unerwünschten" Gefäßneubildungen wachsen von der tiefer liegenden Aderhaut (Chorioidea) in Richtung Netzhaut und können diese dadurch anheben.

Flüssigkeitsaustritt bei feuchter Makuladegeneration

Zudem sind die Wände dieser Gefäße sehr durchlässig, so dass daraus Flüssigkeit ins umliegende Gewebe eindringen kann. Diese Schädigung der Netzhaut macht die feuchte Makuladegeneration so gefährlich. Der Vorgang läuft meist schneller ab als bei der trockenen AMD. Ein typisches Symptom der feuchten Makuladegeneration ist das Wahrnehmen von Verzerrungen, wenn beispielsweise gerade Kanten betrachtet werden.

Schlagartige Blindheit bei feuchter Makuladegeneration möglich

Aufgrund von Blutungen aus den neu gebildeten Gefäßen ins Netzhautgewebe kann es an den davon betroffenen Stellen schlagartig zu Blindheit kommen. Durch eine Ansammlung von Flüssigkeit kann ein Makulaödem (Makulaschwellung) entstehen. Zusätzlich wird die Netzhaut durch die neu gebildeten Gefäße von der Versorgung durch die Aderhaut abgeschnitten.

Man unterscheidet hierbei zwischen der okkulten ("verborgenen") und der aggressiveren klassischen Gefäßneubildung (CNV). Bei der okkulten CNV liegen die Gefäße unterhalb des retinalen Pigmentepithels (RPE) und befinden sich noch nicht, wie das bei der klassischen CNV der Fall ist, oberhalb des RPE im Bereich der empfindlichen Photorezeptoren.

Feuchte Makuladegeneration gleich trockene AMD plus Gefäßneubildung

Damit eine feuchte Makuladegeneration entstehen kann, liegen vorher immer Veränderungen in Form einer trockenen AMD vor. Die feuchte Form besteht demnach vereinfacht dargestellt aus zwei Komponenten, aus einer trockenen Makuladegeneration zuzüglich einer "unerwünschten" Gefäßneubildung. Dies zu verstehen ist sehr wichtig, um die prinzipiellen Möglichkeiten von Therapien beurteilen zu können.

Therapien bekämpfen feuchte AMD-Komponente

Denn viele Therapien sind ausschließlich in der Lage die eine Komponente der feuchten Makuladegeneration, nämlich das "unerwünschte" Gefäßwachstum zu beeinflussen. Deswegen kann dadurch bestenfalls die feuchte Makuladegeneration "trockengelegt" werden. Deshalb schreitet in diesen Fällen die Degeneration trotz erfolgreich angewandter Therapie weiter fort und die Sehschärfe lässt, zwar weniger schnell als vorher, dennoch langsam immer weiter nach.

Die gesellschaftlichen Folgen für den Betroffenen sind fatal. Nicht selten zieht sich der Betroffene vom gesellschaftlichen Leben zurück und schränkt seine soziale Kontaktfähigkeit ein. Das kann so weit gehen, dass psychische Erkrankungen, wie Depressionen, auftreten können.

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