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Makuladegeneration
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Vitamine und Ernährung - Risiken und Nebenwirkungen


Anwendungsgebiet: Trockene und feuchte Makuladegeneration

Dr. Andreas Berke schreibt, da Vitamine nur in kleinen Mengen vom Körper gebraucht werden, genüge eine ausgeglichene Nahrungsaufnahme vollkommen, um den täglichen Bedarf zu decken. Die Einnahme zu großer Mengen eines Vitamins könne bei einigen Vitaminen zu Vergiftungserscheinungen führen. Dies stehe der Ansicht vieler Laien entgegen, dass Vitamine, da sie in der Natur vorkommen, vollkommen ungefährlich seien.

Das in der für Makuladegeneration durchgeführten AREDS-Studie verwendete ß-Karotin sei bei Rauchern und ehemaligen Rauchern kontraindiziert. Es sollte dann nicht eingenommen werden, da frühere Studien einen gefährlichen Zusammenhang zwischen ß-Karotin und Lungenkrebs gezeigt haben.

Das die AREDS-Studie durchführende National Eye Institute berichtet, dass ca. 7,5% der an Makuladegeneration leidenden Studienteilnehmer sich in medizinische Behandlung begeben mussten, weil sie an Problemen im Prostata- und Urogenitalbereich litten. Zusätzlich kam es in manchen Fällen zu Anämien (Blutarmut). Dies wurde auf die Wirkung von Zink zurückgeführt, das ein Bestandteil des Kombinationspräparates in der AREDS-Studie war.

Unter augenonline.de war Folgendes zu lesen: "Vitamine, Spurenelemente, Nahrungsergänzungssubstanzen: Getreu dem Motto »Schaden kann's auch nicht wird hier manchmal zu viel des Guten getan..."

Die widersprüchlichen Informationen zwingen uns, hier kurz auf einzelne Vitamine einzugehen. Dabei beziehen wir uns auf wissenschaftliche Quellen:

Vitamin C bei Makuladegeneration

Die empfohlene Standarddosis beträgt 20 bis 50 mg. Die Dosierung im AREDS-Cocktail gegen Makuladegeneration lag rund 20-mal höher. Wenn Vitamin C in hoher Dosierung über lange Zeiträume genommen wird, kann es bei entsprechend empfindlichen Personen zur Bildung von Nierensteinen führen. In höheren Dosierungen wirkt Vitamin C nicht mehr antioxidativ, sondern stimuliert sogar selbst die Bildung freier Radikale.

Vitamin A bei Makuladegeneration

Erwachsene Menschen sollten mit 0,8 mg bis 1 mg Vitamin A pro Tag ausreichend ernährt sein (Vorkommen: Leber, Fisch, Milchprodukte, Eier). Zu hohe Konzentrationen von Vitamin A können sich sehr giftig auswirken. Zu den möglichen Komplikationen zählen Kopfschmerzen, Haarausfall, bei Einnahmen über längeren Zeitraum auch Knochenschwund. Wenn Vitamin A als Carotin aufgenommen (ein Provitamin, das vor allem in Karotten vorkommt) wird, ist es ungiftig und schließt eine Überdosierung aus.

Vitamin E bei Makuladegeneration

Ein Mangel ist bei normaler ausgewogener Ernährung ausgesprochen selten. Da Vitamin E durch die Wirkung von Vitamin C ständig erneuert wird, ist der Vitamin E-Bedarf relativ gering. Vitamin E erhöht signifikant (17 %) das Protatakrebsrisiko unter gesunden Männern.

Zink(oxid) bei Makuladegeneration

Eine Nahrungsergänzung mit Zink sollte den Tagesbedarf (10 bis 15 mg) nicht überschreiten. Im AREDS-Cocktail gegen Makuladegeneration ist das 6- bis 8-fache des täglichen Zinkbedarfs enthalten. Eine chronische Überdosierung mit Zink hat primär einen Kupfermangel zur Folge, der wiederum eine so genannte hypochrome Anämie (Blutarmut, bei der die roten Blutkörperchen zu wenig sauerstoffbindendes Hämoglobin enthalten) auslösen kann.

Lutein bei Makuladegeneration

Lutein ist ebenfalls ein Carotinoid mit antioxidativer Wirkung (z.B. Bindung der freien Radikalen). Als Nahrungsergänzung in Medikamenten und Präparaten soll es der Entstehung von fotochemischen Schäden vorbeugen (keine antioxidative Wirkung). Die Schutzwirkung basiert allein auf der Absorption der schädlichen Strahlung. Eine Erhöhung von Lutein um 10% hat einen Anstieg des Blutspiegels an Lutein um 2,4% zur Folge. Bei regelmäßiger Einnahme erhöht sich die Dichte des Makulapigments und soll so zur Vebesserung einer Makuladegeneration beitragen. In der Populärliteratur werden dem Lutein und seinem Verwandten Zeaxanthin wundersame Eigenschaften zugeschrieben. Lutein und Zeaxanthin können im Körper nicht selbst hergestellt werden, sondern müssen von außen zugeführt werden.

Selen bei Makuladegeneration

Neben dem chemischen Element Zink erfreut sich auch das Element Selen einer großen Beliebtheit unter den Nahrungsergänzungsstoffen. Regelmäßige Selendosen bis zu 4ooµg gelten noch als ungefährlich. Zu den Überdosierungssymptomen zählen neben Störungen des Magen-Darm-Trakts auch Haarausfall und Schädigung der peripheren Nerven. Selenhaltige Tabletten dürfen nicht zusammen mit Vitamin C eingenommen werden, da andernfalls elementares Selen entsteht, das im Magen-Darm-Trakt nicht resorbiert werden kann.

Wissenschaft sieht Vitaminezufuhr bei Makuladegeneration kritisch

In der fachwissenschaftlichen Literatur liest sich dies hingegen ganz anders. Die meisten wissenschaftlichen Autoren äußern sich über den Einsatz von Lutein sehr zurückhaltend. Besonders auch vor dem Hintergrund möglicher schädlicher Nebenwirkungen nach einem lang währenden Einsatz dieser Mittel in hoher Dosierung.

So schreibt beispielsweise Dr. Stephen Beatty: "Bis zu dem Zeitpunkt, wo die gesundheitsfördernden Effekte einer Nahrungsergänzung mit Lutein und Zeaxanthin nicht eindeutig belegt sind und deren Langzeitsicherheit nicht gesichert ist, kann die routinemäßige Verordnung von Zubereitungen von Mikronährstoffen zur Vermeidung des Fortschreitens der altersbedingten Makuladegeneration, die diese Mittel enthalten, nicht gerechtfertigt werden. Jedoch sollten Patienten mit einer Makuladegeneration oder solche mit einem Risiko, diese Krankheit zu bekommen, ermuntert werden, eine ausgewogene Nahrung, die reich an Obst und Gemüse ist, zu sich zu nehmen."

Prof. Dr. med. Frank G. Holz, Direktor der Universitätsaugenklinik Bonn, konkretisiert dies 2013 noch für Makuladegeneration-Betroffene im deutschen Ärzteblatt: "Basierend auf den Ergebnissen der AREDS2-Studie kann bei trockener, früher Makuladegeneration weder zur Einnahme der Makulapigmentbestandteile Lutein und Zeaxanthin noch von Omega-3-Fettsäuren geraten werden."

Hohe Vitamindosen können schaden

Grundsätzlich ist auf das Risiko hinzuweisen, Vitamin- und Mineralstoffpräparate in hohen Dosen und über längere Zeiträume ohne ärztliche Kontrolle einzunehmen. In den nach Ansicht der Experten qualitativ besten Studien erhöhte die Zufuhr von Vitaminsupplementen gar die Sterblichkeit signifikant, und zwar bei Vitamin A, bei Betacarotinen und bei Vitamin E. Bei Vitamin C und Selen zeigen sich keine Effekte (Cochrane-Collaboration, 2008).

Vitamine sind nicht unbedenklich

Viele Verbraucher gehen davon aus, dass das, was auf dem Markt ist, auch unbedenklich sei. Aber das könne zumindest was die Vitamine angehe, ein Trugschluss sein, sagt Diana Rubin vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Magazin "Der Spiegel" 3/2012. Denn die Hersteller müssten, im Unterschied zu Arzneimitteln, die Unbedenklichkeit ihrer Präparate nicht nachweisen, sondern die Pillen einfach nur registrieren lassen. "Jeder, der so ein Präparat nimmt, sollte sich darüber klar sein, dass nicht geprüft ist, ob es auch wirkt", sagt Rubin. Sie geht sogar so weit, gesunden Menschen, die sich abwechslungsreich ernähren, klar davon abzuraten, Vitaminpräparate einzunehmen.

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Wichtiger Hinweis:
Die AMD-Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich zur Information. Sie können und dürfen einen Arztbesuch nicht ersetzen, noch dienen sie für eine Selbstdiagnose oder gar einer Selbstbehandlung. Haben Sie den Verdacht an Makuladegeneration erkrankt zu sein, suchen Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt auf!