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Makuladegeneration
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Altersbedingte Makuladegeneration – VEGF-Hemmer Zusatzbemerkungen Avastin

Das Darmkrebsmittel Avastin wird als offlabel-Behandlung bei feuchter Makuladegeneration eingesetzt. Dabei ist es für die Behandlung der AMD nicht zugelassen.

aktualisiert am 03.05.2018

Erfolge bei Makuladegeneration bleiben hinter Studienergebnissen zurück
Avastin gleich gut bei Behandlung der feuchten Makuladegeneration sagt CATT-Studie.

Darmkrebsmittel als Vorlage für Mittel gegen Makuladegeneration

Um eine feuchte Makuladegeneration behandeln zu können, muss ein Wirkstoff den Wirkort im Auge, hier die Makula, erreichen können. Dafür muss er mehrere Schichten im Bereich der Netzhaut passieren. Die Größe eines vollständigen Antikörpers verhindert allerdings die ausreichende Durchdringung der Netzhaut. Dadurch erreicht eine ausreichende Konzentration den gewünschten Wirkort nicht.

Diese Erkenntnis führte zu der Entwicklung von Ranibizumab (Lucentis), einem Antikörperfragment, das kleiner ist als ein vollständiger Antikörper und dadurch in der Lage ist, den Wirkort im Auge zu erreichen.

Grundlage für die Entwicklung von Präparaten zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration war der vollständige VEGF-Antikörper Bevacizumab (Avastin). Dieser Antikörper ist für die Behandlung bestimmter Darmkrebsarten zugelassen – nicht aber für die Augenbehandlung.

Avastin kostengünstige Alternative zur Behandlung von Makuladegeneration

Dies erscheint uns erwähnenswert, weil uns viele Berichte über eine Behandlung der feuchten Makuladegeneration mit diesen Injektionen erreichen. Die Avastin-Injektionen werden als kostengünstige Alternative angeboten, wenn die Krankenkasse keine der anderen Injektionen (Lucentis, Eylea, Macugen) übernimmt. Der Wirkstoff des Darmkrebsmittels Avastin ist wesentlich günstiger.

Avastin nicht wirksam bei Makuladegeneration?

Avastin wird in als vollständiger Antikörper beschrieben und dürfte demnach aufgrund seiner Größe gar nicht in der Lage sein, den Wirkort am Auge zu erreichen und dort eine ausreichende Konzentration zu erzielen. Dadurch könnte es auf das schädliche Gefäßwachstum bei feuchter Makuladegeneration praktisch keine Auswirkung haben. Trotzdem wird es als offlabel-Behandlung bei Makuladegeneration eingesetzt.

Diesen Widerspruch konnten wir bisher nicht komplett auflösen. Uns hat lediglich eine Meldung erreicht, wo Forscher die vollständige Durchdringung der Netzhaut bei einem Kaninchen nachweisen konnten. Auch zeigt eine Makuladegeneration-Studie, dass Avastin ähnlich wirkungsvoll zu sein scheint, wie das Nachfolgemittel Lucentis. Dennoch ist es nach wie vor nicht für die Anwendung bei Makuladegeneration zugelassen.

In "Die Zeit" vom 9. März 2006 war zu lesen: "... Mehr noch fürchten die Firmen Zwischenfälle bei der Behandlung mit Avastin. Sollten gravierende Nebenwirkungen auftreten, würde wohl auch Lucentis in Verruf geraten... "Wir sind besorgt", erklärt Genentech-Sprecherin Dawn Kalmar, "Das Auge ist eine sensible Struktur. Es wurde dafür (red.: Behandlung bei Makuladegeneration) nicht gemacht. Patienten und Ärzte gehen ein Risiko ein"."

Avastin und Lucentis vom gleichen Hersteller

Es ist schwer, die vorhergehende Aussage richtig einzuordnen, denn die beiden Makuladegeneration-Mittel werden von der gleichen Firma vertrieben. Studien hierzu und eine Zulassung für die Behandlung von Makuladegeneration sind von der Firma nicht geplant. Lucentis wurde zwar speziell für die Behandlung der feuchten Makuladegeneration entwickelt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es eine medizinische Verbesserung gegenüber Avastin sein muss.

Studie zeigt gleich gute Wirkung bei Makuladegeneration

So hat man eine vergleichende Studie von beiden Präparaten durchgeführt. In der CATT-Studie hat sich gezeigt, dass es zwischen beiden Mitteln bei der Behandlung von Makuladegeneration kaum Unterschiede in der Wirksamkeit und Nebenwirkungen gibt. Diese Makuladegeneration-Studie wurde mit 1.200 Patienten durchgeführt und im Mai 2011 im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Vergleichbare Aussagen haben wir auch von Patienten gehört, was dies zu bestätigen scheint.

Behandlung mit Avastin ist rechtliche Grauzone

Durch die Zulassung von dem speziell für Makuladegeneration entwickelten Lucentis und der Koexistenz von Avastin ist in Deutschland eine rechtlich komplizierte Situation entstanden. Seit Lucentis zugelassen ist, kann das deutlich billigere Avastin, dass nicht für die Augenbehandlung zugelassen ist, im Grunde nicht mehr bei Makuladegeneration eingesetzt werden.

Dafür bräuchte es eine Zulassung, und die kann nur der Hersteller beantragen. Das bedeutet, dass zurzeit nur eine offlabel-Behandlung mit Avastin durchgeführt werden kann. Dabei geht der behandelnde Mediziner ein rechtlich hohes Risiko ein, da keine Zulassung des Medikamentes für die Behandlung der Makuladegeneration besteht.

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Wichtiger Hinweis:
Die AMD-Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich zur Information. Sie können und dürfen einen Arztbesuch nicht ersetzen, noch dienen sie für eine Selbstdiagnose oder gar einer Selbstbehandlung. Haben Sie den Verdacht an Makuladegeneration erkrankt zu sein, suchen Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt auf!