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Makuladegeneration
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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) – VEGF-Hemmer Stellungnahme

Wie effektiv sind VEGF-Hemmer bei der Behandlung von Makuladegeneration? Eine Stellungnahme von SOS Augenlicht e.V.

aktualisiert am 25.04.2018

Erfolge bei Makuladegeneration bleiben hinter Studienergebnissen zurück
Als neue Hoffnung dargestellt, bleiben VEGF-Hemmer bei der Behandlung von Makuladegeneration im Praxisalltag eindeutig hinter Studienergebnissen zurück.

Erfolge bei Makuladegeneration bleiben hinter Studienergebnissen zurück

Im Oktober 2012 wurde die WAVE-Studie abgeschlossen, die herausfinden sollte, wie gut der mit Abstand am häufigsten angewandte VEGF-Hemmer Ranibizumab (Lucentis) der Firma Novartis im Praxisalltag wirklich ist.

Hierzu sagte Prof. Dr. med. Frank G. Holz in einem Interview über das Ergebnis dieser Studie, an der er beteiligt war: "Zunächst hat sich bewiesen, dass mit den drei initial verabreichten intravitrealen Injektionen im Schnitt eine erhebliche Visusverbesserung erzielt wird. Im weiteren Verlauf ging die Sehschärfte dann allerdings wieder auf Ausgangsniveau zurück".

Die Erfolge bei der Behandlung der feuchten Makuladegeneration mit VEGF-Hemmer hinken den Studienergebnissen im Praxisalltag hinterher, was daran liegen könnte, dass wissenschaftliche klinische Studien nicht den realen Gegebenheiten des Alltags entsprechen.

Um an einer Zulassungsstudie, wie zum Beispiel bei Makuladegeneration erfolgt, teilnehmen zu können müssen ganz bestimmte Einschluss- und Ausschlusskriterien eingehalten werden. Das sind die Bedingungen unter denen Patienten für eine Studie angenommen werden und unter der sie teilnehmen können.

Der Nachteil ist, dass die Studienergebnisse zunächst nur Gültigkeit und Bezug auf diese Betroffenenauswahl mit exakt den gleichen Grundvoraussetzungen hat. Die Ergebnisse für andere Betroffene mit anderen Grundvoraussetzungen sind vielleicht falsch, vielleicht sogar mehr schädlich als nützlich.

Im Falle von Makuladegeneration wurden und werden die Wirkstoffe Pegaptanib (Macugen) und Ranibizumab (Lucentis) von den Pharmaunternehmen Pfizer und Novartis als neue Hoffnung im Kampf gegen Makuladegeneration dargestellt.

Das Medienecho war bei deren Einführung entsprechend groß. Die dadurch bei Makuladegeneration-Patienten geschürten Hoffnungen scheinen aber nicht alle erfüllt zu werden.

Denn Studien zeigen, dass beispielsweise Pegaptanib lediglich in bestimmten Fällen der feuchten Makuladegeneration in der Lage ist, den Sehverlust zu verlangsamen.

Und auch Ranibizumab konnte anscheinend die anfänglich sehr hoch gesteckten Ziele nicht erfüllen. Das Ergebnis ist, dass die tatsächliche Erfolge im Praxisalltag oftmals deutlich hinter den Studienergebnissen zurückbleiben.

VEGF-Hemmer behandeln ausschließlich ein Symptom der AMD

Bei VEGF-Hemmer handelt es sich um eine reine "Gefäßtherapie". Gefäßtherapien sind bekanntermaßen bestenfalls in der Lage, spezielle Folgen des "unerwünschten" Gefäßwachstums zu verringern oder zu verhindern (wie beispielsweise den Sehverlust durch Austritt von Blut oder Blutplasma in die Netzhaut).

Das ist sicherlich wichtig und gut, aber wenn der Betroffene glaubt, er habe nun seine Makuladegeneration im Griff, so muss er wissen, dass die eigentliche Degeneration dadurch nicht aufgehalten wurde.

Der fortschreitende Funktionsverlust der Sehzellen in der Makula, wie er im Rahmen des normalen Verlaufes einer Makuladegeneration grundsätzlich abläuft, ist dadurch nicht weniger aktiv. Denn die feuchte Makuladegeneration kann auch durch diese Therapieform günstigenfalls in die trockene AMD zurückgeführt werden, da dadurch lediglich das "unerwünschte" Gefäßwachstum beeinflusst werden kann.

"Kollateralschäden", wie der schnelle Sehverlust durch den Austritt von Blut oder Blutplasma ins Netzhautgewebe kann also in manchen Fällen verhindert werden, der fortschreitende Sehverlust durch die eigentliche Degeneration der Sehzellen aufgrund der trockenen Makuladegeneration jedoch nicht.

Auch Prof. Kirchhof stellt in der Deutschen Optikerzeitung (12-2005) fest, dass bisher nur Teilaspekte der Makuladegeneration therapiert werden, meist lediglich die unerwünschte Neubildung von Blutgefäßen unter der Makula.

"Dies bedeutet für uns, dass man durch die Therapie mit VEGF-Hemmer grundsätzlich keine dauerhafte Stabilisierung und keine Verbesserung der degenerierenden Sehzellen erwarten kann, sondern eine Verlangsamung des Sehschärfenverlustes."

In einigen Fällen scheinen aber auch kurzfristige Sehverbesserungen möglich zu sein, weil Netzhaut- bzw. Makulaödeme zurückgehen können. Eine Behandlung mittels VEGF-Hemmer erscheint sinnvoll, um schlimme Folgen einer möglichen Blutung zu verhindern. Allerdings können dadurch selbstverständlich keine Folgen von Blutungen oder Zerstörungen der Netzhaut rückgängig gemacht werden.

Behandlungskosten von Makuladegeneration gehen durch die Decke

Eine weitere Frage ist die der Kosten. Mittlerweile werden zwar die zur Behandlung von Makuladegeneration zugelassenen Medikamente größtenteils von den Krankenkassen übernommen, doch bei dauerhaft notwendiger Anwendung stellen diese einen enormen Kostenfaktor dar.

In den USA soll eine Injektion mit Pegaptanib in der Größenordnung von 1000 Dollar pro Injektion liegen. Das entspricht umgerechnet ca. € 850. Geht man von 9 Injektionen pro Jahr aus, kommt eine Behandlung damit auf umgerechnet über € 7.650 pro Auge.

Das Novartis-Medikament hingegen kostet ca. € 1.500 je Injektion. Bei möglichen 12 Injektionen pro Jahr kommt die Behandlung damit auf € 18.000 pro Auge.

"Die Zeit", Ausgabe vom 9. März 2006, schrieb dazu: "Die Therapie mit dem Medikament des US-Unternehmens Genentech wird allerdings Milliardenkosten verursachen. Sollte Ranibizumab, mit dessen Zulassung im kommenden Jahr zu rechnen ist, in die Erstattungspflicht gelangen, drohe den Krankenkassen der Kollaps."

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Wichtiger Hinweis:
Die AMD-Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich zur Information. Sie können und dürfen einen Arztbesuch nicht ersetzen, noch dienen sie für eine Selbstdiagnose oder gar einer Selbstbehandlung. Haben Sie den Verdacht an Makuladegeneration erkrankt zu sein, suchen Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt auf!