Makuladegeneration
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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

aktualisiert 25.02.2016

Die funktionelle Mitte der Netzhaut wird üblicherweise als Makula bezeichnet. Diese Stelle, an der die höchste Sehschärfe innerhalb der Netzhaut erreicht wird, kann auch als innerstes Drittel der Netzhautgrube angesehen werden. Darin ist das Sehgrübchen, die so genannte Foveola, der empfindlichste Teil mit rund 30.000 Zapfen, die direkt mit Nervenzellen verschaltet sind.

Die Makula ist zuständig für das direkte Fokussieren eines Objektes. Dieses Fixieren mit hoher Sehschärfe ist wichtig, um feine Einzelheiten erkennen zu können. Ganz besonders trifft dies natürlich beim Lesen zu oder beim Erkennen von Gesichtern und deren Mimik.

Die Funktion der Makula ist umso bedeutsamer, weil hauptsächlich über die Zusammenarbeit der beiden Makulabereiche von rechtem und linkem Auge ein stereoskopisches (räumliches) Bild entsteht. Das erlaubt uns ein genaues Abschätzen von Distanzen, das z.B. beim Autofahren zum Erkennen von Entfernungen und Geschwindigkeiten nötig ist.

Quellen zufolge waren alleine in Deutschland im Jahr 2008 mehr als 4 Millionen Menschen an Makuladegeneration erkrankt. Weltweit sind es nach Schätzungen der UN etwa 25 bis 30 Millionen Menschen. Dennoch können nur 14 Prozent der Deutschen mit dem Begriff Makuladegeneration etwas anfangen und ihn einer Augenkrankheit zuordnen, obwohl es sich bei Makuladegeneration inzwischen um eine Volkskrankheit handelt.

Von allen Betroffenen haben etwa 20 Prozent der 65- bis 74-jährigen und etwa 35 Prozent der 75- bis 84-jährigen die trockene Form. 10 bis 15 Prozent haben die feuchte Form der Makuladegeneration. Etwa 50.000 neue Patienten erkranken jedes Jahr.

Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Menschen mit Makuladegeneration innerhalb der nächsten 30 bis 40 Jahre verdreifachen Quelle: Ärzte Zeitung Extra, 19.09.2008 Thema Makuladegeneration

Im medizinischen Sprachgebrauch versteht man unter Degeneration die Rückbildung und den Verfall von Gewebe oder sogar ganzer Organe. Bei Makuladegeneration lassen die Funktionen der Makula meist recht schnell nach, so dass das Gewebe der Makula verfällt. Am Ende des Verfalls sterben die Funktionen ab.

Oft entstehen bei Makuladegeneration krankhafte Zell- bzw. Gefäßwucherungen, die die Makulafunktionen zusätzlich beeinträchtigen. Die Degeneration führt oft zum vollständigen Verlust der Sehfunktionen in der Makula und sie kann zudem auch starke Beeinträchtigungen in den Bereichen um die Makula herum und auch in entfernteren Bereichen verursachen. Somit liegt eine Makuladegeneration vor.

Wenn die Makula degeneriert (Makuladegeneration), sinkt fatalerweise nicht nur die Sehleistung an dieser Stelle, sondern auch die Sehleistung für das gesamte Sehfeld.

Der Ausfall der Makula bei fortgeschrittener MD ist fatal, weil die Sehfähigkeit der restlichen Netzhaut zum Rand hin ohnehin sehr schlecht ist. Beim gesunden Auge wird subjektiv über das gesamte Gesichtsfeld hinweg ein scharfes Bild wahrgenommen.

In Wirklichkeit hat aber nur die innerste Makula eine derart hohe Sehschärfe. Der Eindruck von hoher Sehschärfe über das gesamte Gesichtsfeld kommt nur dadurch zustande, weil das Gehirn durch Abtasten der Netzhaut und das Zusammensetzen vieler einzelner scharfer Seheindrücke durch die Makula ein in allen Bereichen scharfes Bild erzeugt.

Die unscharfe Abbildung über die Randbereiche der Netzhaut wird dabei vom Gehirn retuschiert, d.h., vom Menschen nicht bewusst wahrgenommen. Sie dient vielmehr nur der (groben) Orientierung im Raum. Das wiederum ist wichtig für die Wahrnehmung von Bewegungen - sowohl der eigenen als auch der des Umfeldes.

Wenn nun die Funktion der Makula durch einen degenerativen Prozess gestört wird, kann das Sehzentrum im Gehirn kein scharfes Gesamtbild mehr zusammensetzen. Die Wahrnehmung über das gesamte Gesichtsfeld ist dann schnell einmal gravierend eingeschränkt, denn die Randbereiche können zum scharfen Abtasten der Umgebung nicht verwendet werden. Im späten Stadium der Makula-Erkrankung kann selbst die Orientierung verloren gehen. Spätestens dann ist der Betroffene auf fremde Hilfe angewiesen.

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